Kieferorthopädie für Kinder und Jugendliche in Bergisch Gladbach
Wie kann Zahn- und Kieferfehlstellungen vorgebeugt werden?

Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen erblich bedingte Fehlstellungen ist nicht möglich. Wenn Sie von einer Zahn- oder Kieferfehlstellung betroffen waren, sollten Sie daher Ihr Kind frühzeitig, etwa im Alter von vier Jahren, von Ihrem Hauszahnarzt oder uns untersuchen lassen.
Umweltbedingte Störungen des Wachstums von Kiefer und Zähnen hingegen können Sie weitgehend vermeiden:

1. Stillen - ein gutes Training
2. Zahnpflege ab dem ersten Milchzahn
3. Vermeiden von Mundatmung
4. Schnuller/Daumenlutschen frühzeitig abgewöhnen
Stillen

1. Stillen - ein gutes Training

Muttermilch ist nicht nur die beste Nahrung für Babys. Stillen fördert darüber hinaus das Wachstum der Kiefer und trainiert die Muskulatur von Zunge, Lippen und Wangen. Das Kind muss sich beim Saugen anstrengen. Dies übt den Lippenschluss, der wichtig für die Nasenatmung und die Sprachentwicklung ist.

Bei der Flaschenernährung werden die Mundfunktionen ebenfalls trainiert - wenn auch in geringerem Umfang. Wichtig bei Flaschenernährung:

- Achten Sie darauf, dass der Sauger der Trinkflasche kiefergerecht geformt ist und eine breite Lippenauflage hat.

- Erweitern Sie nicht das Loch im Sauger, damit das Kind beim Trinken genügend Kraft aufwenden muss.
Zähneputzen Milchzähne

2. Zahnpflege ab dem ersten Milchzahn

Die Milchzähne haben eine empfindliche Struktur. Eine Karies führt daher schnell zu größeren Schäden und Schmerzen. Aus diesem Grund ist es zu empfehlen, frühzeitig mit der Zahnpflege zu beginnen, am besten schon ab dem ersten Milchzahn. Sinnvoll sind regelmäßige Vorsorgetermine bei Ihrem Zahnarzt. Er verfolgt die Entwicklung von Zähnen und Kiefer und untersucht, ob sie gesund sind. Unsere Tipps zur Zahnpflege:

1. Reinigen Sie bereits die ersten Zähne täglich. Anfangs reichen ein weiches Läppchen oder ein Wattestäbchen aus. Später können Sie eine Kinderzahnbürste benutzen.

2. Verwenden Sie für die Milchzähne eine fluoridierte Kinderzahnpasta. Sie enthält die passende Menge an Fluorid, die den Zahnschmelz schützt.

3. Lassen Sie Ihr Kind seine Zähne selbst putzen, sobald es geschickt genug ist. Empfehlenswert ist es, die Zahnpflege bis zum Grundschulalter zu kontrollieren und gegebenenfalls nachzuputzen.

4. Gewöhnen Sie Ihr Kind daran, Wasser oder ungesüßte Tees zu trinken. Zucker- und säurehaltige Getränke wie Obststäfte oder gesüßte Tees sollten nur selten getrunken werden. Denn diese können den empfindlichen Zahnschmelz schädigen ("Nuckelkaries"), wenn sie zu häufig getrunken werden. Ebenfalls schädlich ist ständiges Nuckeln an der Trinkflasche.
Mundatmung und eine falsche Zungenlage<

Vermeidung von Mundatmung

Die Nasenatmung ist die normale ("physiologische") Atmung. Sie ist für die Gesundheit der oberen Atemwege, aber auch für die gute Entwicklung von Zähnen und Kiefer wichtig. In der Nase wird die einströmende Luft gereinigt, befeuchtet und auf die Körpertemperatur gebracht. Das schützt die Schleimhäute der Bronchien vor Erkrankungen. Bei der Nasenatmung ist der Mund in der Regel geschlossen. Die Zunge nimmt ihre korrekte Position am Gaumen ein. So wird das Wachstum des Oberkiefers gefördert. Die Zähne werden außerdem von Speichel umspült, verlorengegangene Mineralien werden wieder in den Zahnschmelz aufgenommen. Manchmal gewöhnen sich Kinder an die ungünstige Mundatmung. Ursachen können vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln sein, durch die das Kind schlecht Luft durch die Nase bekommt. Auch ein offener Biss durch den langfristigen Gebrauch von Schnuller oder Daumenlutschen geht oft mit der Mundatmung einher. Das kann unter anderem zu Infektionen der oberen Atemwege, einer Kieferfehlstellung und einem erhöhten Kariesrisiko der Schneidezähne führen.
Milchzähne

Schnuller frühzeitig abgewöhnen

Schnuller stillen das Saugbedürfnis von Babys und beruhigen sie. Diese Sauger aus Silikon oder Latex können zudem oft verhindern, dass das Kind sich das Daumenlutschen angewöhnt. Diese Angewohnheit kann sich schädlich auf die Kieferentwicklung auswirken.

Daher möchten viele Eltern nicht auf Schnuller verzichten. Wichtig ist allerdings, dass der Sauger kiefergerecht geformt ist und dass spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres die Abgewöhnung beginnt. Während der folgenden Wachstumsschübe können sich sonst Fehlstellungen der Zähne und der Kiefer entwickeln.

Dazu zählt ein lutschoffener oder habituell offener Biss: Die Schneidezähne sind nach vorne verschoben. Beim Zusammenbeißen bleibt eine Lücke zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen. Die Kinder haben Schwierigkeiten beim Abbeißen und lispeln. In vielen Fällen ist es ihnen auch nicht möglich, die Lippen ausreichend zu schließen. Das führt zur Mundatmung. Die Schleimhäute trocknen dabei aus, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Karies und Erkrankungen der oberen Atemwege führt.
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